Montag, 19. Januar 2009

Bauchstelltischchen - oder so ähnlich




















Mein Bauch macht sich schon seit Längerem sehr nützlich.
Er eigent sich nämlich hervorragend als Abstelltischchen für Gläser und Tassen.
Solange mein Baby nicht tritt- und das tut es vorzugsweise nur bei heissem Tee- muss ich Glas oder Tasse sogar nicht einmal mehr festhalten.
Ich liebe diese dicke Kugel vor meinem Bauch. (Warum sagt man eigentlich "vor" dem Bauch? Die Kugel ist ja eigentlich mein Bauch.) Wenn ich nicht in etwas sackartiges gekleidet bin, dann sieht es so aus, als hätte ich eine Bowlingkugel unter meinem Pullover versteckt. Denn ich habe sogar noch ein wenig Taille übrigbehalten. Die Kugel trage ich also wirklich nur VOR mir her und nicht rund um mich herum. Obwohl ich natürlich nicht nur eine Kugel am Bauch bekommen habe, sondern auch der Rest meines Körpers ein wenig Babyspeck abbekommen hat fühle ich mich sehr wohl in meinem Körper. Keine selbstkritischen Gedanken, wenn ich von anderen Menschen angeschaut werde. Im Gegenteil, ich mag es, wenn man meinen Bauch anschaut. Die Leute können meinem Bauch manchmal gar nicht genug Aufmerksamkeit spenden.

Was ich allerdings nicht so sehr mag, sind all die Geschichten, die ich mir von Müttern über ihre Schwangerschaft anhören muss. Ohne sie gefragt zu haben, erzählen mir seit mein Bäuchlein zu wachsen begonnen hat alle möglichen Mütter von ihrer Schwangerschaft. Komischerweise sind das meist Frauen, mit denen ich so gut wie gar nichts zu tun habe. Sie schwelgen in Erinnerungen an ihre Bäuche, Hechelkurse und dicken Wasserbeine. Ohne oft die Kinder überhaupt zu kennen, weiß ich doch schon von ihnen, ob sie eine Zangen-, Haus- oder Kaiserschnittgeburt waren. Wieviel sie gewogen haben und wie groß sie waren. Viel Haar oder wenig? Ich weiß es.
Es ist ja nicht so, dass mich die Schwangerschaftserlebnisse von anderen Menschen nicht interessieren. Aber erstens nur die von Menschen, die mich eh interessieren und zweitens mag ich es nicht, wenn Menschen so tun, als würden sie MIR einen Gefallen tun mit ihren Erzählungen. Dabei bin ich nur der Auslöser, der ihnen mal wieder die Gelegenheit gibt über sich selbst zu sprechen. Schließlich schickt es sich in vielen Kreisen nicht, sich selbst so wichtig zu nehmen, dass man auch mal von sich erzählt und nicht nur über die neuesten Geschehnisse bei Herrn Postmann und seiner Frau, das arme Ding.

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