Mittwoch, 29. April 2009

Analoge Liebeserklärung













Ich habe es geschafft. Seit Wochen sitze ich so oft es geht an meinem Freund Ynos und schaue meine Fotos durch. In den letzten Jahren habe ich es vernachlässigt meine Bilder auszudrucken und in ein Fotoalbum zu kleben. Denn trotz Digitalisierung bin ich nicht der Mensch, der sich mit einer Diashow auf dem Fernseher zufriedengibt. Ich möchte etwas in der Hand halten können, es bis zur Nasenspitze ranholen, wenn ich Details anschauen möchte. Und ich liebe die Reihen von Fotoalben, die mein Regal füllen. Fotos am PC schenke ich längst nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient haben. Sobald sie in einem Fotoalbum kleben beachte ich sie viel bewusster, schaue sie mir genauer an und hole sie immer mal wieder hervor. Auf dem Computer passiert es mir viel schneller, dass sie in Vergessenheit geraten oder nach zwei Sekunden als betrachtet weitergeklickt werden. Jetzt habe ich es jedenfalls geschafft: die letzten vier Jahre sind gefiltert worden und auf meiner Festplatte gibt es nun vier volle Ordner mit Fotos, die gedruckt werden sollen. Das wird nicht gerade günstig und eine lange Prozedur des Sortierens und Klebens steht mir bevor. Doch ich freue mich schon riesig auf die geschätzten 12 neuen Alben, die bald ein ganzes Regalfach in meinem schon längst vollen Regal füllen werden.
Es war schön sich durch die letzten Jahre zu klicken. Ich bin an vielen Momenten der letzten vier Jahre stehen geblieben, habe inne gehalten und den Augenblick für eine kurze Zeit zurück geholt. Auf Fotos hält man ja immer nur die schönen Momente fest. Ein Gedanke, dem ich vielleicht mal etwas mehr Zeit schenken werde.
Beim Stöbern ist mir aber auch aufgefallen, wie groß der Unterschied zwischen analoger und digitaler Fotografie doch wirklich ist. Ich bereue es, meiner Spiegelreflexkamera nicht mehr Vertrauen geschenkt zu haben und mich viel zu oft von dem Reiz, das Bild sofort zu sehen, habe leiten lassen. So viel kräftiger sind die Farben, so viel echter das Licht auf diesen Fotos. Die Stimmung, die meine analoge Kamera einfängt kommt im Leben nicht auf den digitalen Bildern rüber. Es liegen Welten zwischen diesen beiden Formen des Fotografierens und ich frage mich fast, warum ich mich von diesem Trend habe einfangen lassen.
Natürlich möchte ich die Vorzüge einer Digicam nicht mehr missen, aber meine Spiegelreflex wird in der nächsten Zeit nicht mehr zu kurz kommen hoffe ich.

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